Rassistische Hetze und Gewaltfantasien nach Rauferei bei Krampuslauf in Linz

Den Anfang macht ein wenig differenzierter Artikel auf der Online-Seite der konservativen Oberösterreichischen Nachrichten: Bei einem Krampus-Lauf in Linz sei ein Krampus von einem vorbestraften 16-jährigen Asylbewerber gewaltsam attackiert und verletzt worden (siehe: http://www.nachrichten.at/oberoesterreich/Zuschauer-ging-auf-Perchten-los-Dachte-der-bricht-mir-das-Genick;art4,1257540). Geschildert wird nur die Sicht des Krampus’. Die Kommentarfunktion zu dem Artikel bleibt deaktiviert. Offenbar rechnet man angesichts der Behandlung des rechten Reizthemas „Asylbewerber“ mit der in Online-Foren bereits üblichen Flut an rassistischen und rechtsextremen Hass-Kommentaren. Dies verhindert jedoch nicht eine Instrumentalisierung des Artikels durch rechte Akteur/innen: Rasch wird der Artikel auf Facebook verbreitet – schließlich lassen sich bei dieser Geschichte das rassistische Vorurteil, alle Asylbewerber seien kriminell und gewalttätig und die behauptete Gefährdung österreichischer Bräuche – hier der Krampus – plakativ miteinander verquicken. Interessanterweise werden im Gegensatz dazu zahlreiche Medienberichte der letzten Tage über Vorfälle, bei denen österreichische Krampusse im Alkohol- und/ oder Gewaltrausch PassantInnen zum Teil schwer verletzten, nicht verbreitet.

Die rechtsextreme Hetzseite „Österreich hat schon genug Ausländer!! (…)“ waltet wie üblich ihres Amtes und nutzt den Medienbericht, um zur Abschiebung des Asylbewerbers aufzurufen.

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Die Betreiber/innen der Seite dürfen sich freuen. Ein wahrer Schwall an rassistischen Beschimpfungen und latenten/ offenen Gewalt- und Vernichtungsdrohungen aus dem blau-braunen Jauchekübel und getippt auf den Tastaturen anständiger Österreicher/innen – ergießt sich in Folge des Eingangspostings gegen Asylbewerber/innen. Es sind die im Umfeld der rechtsextremen Hasspartei FPÖ längst üblichen Forderungen nach Beseitigung, Abschiebung und Vernichtung des verhassten „Gesindels“, des „Drecks“ und der „Kanacken“ – gemeint sind Menschen, die in Österreich Antrag auf Asyl gestellt haben:

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 Wenigstens eine Person erhebt die Stimme gegen den rechtsextremen Konsens:

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Auch auf der Seite „Unsere Blaue Seite“ und zahlreichen privaten Facebook-Seiten finden sich unzählige rassistische Kommentare:

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Auch die Bad Fischauer FPÖ-Gemeinderätin Andrea Kellner beteiligt sich eifrig an der Verbreitung des Artikels:

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One Response to “Rassistische Hetze und Gewaltfantasien nach Rauferei bei Krampuslauf in Linz”

  1. Stoppt die Rechten » Anschwellende Hass-Orgien Says:

    […] Redaktion anzünden und einäschern. Dazu kommen noch die für die Jahreszeit üblichen Nikolo- und Krampus-Hetzgeschichten, die sich wie ein Lauffeuer in den sozialen Netzwerken verbreiten und von unglaublichen Hass-Orgien […]

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