Archive for December, 2013

Gaskammer und Verbrennungsofen wegen angeblichem Angriff auf “Nikolo” gefordert

December 10, 2013

Oh du friedliche Weihnachtszeit…! Die rechte Facebook-Hass-Szene und die Partei der Nächstenliebe FPÖ verbringen die Vorweihnachtszeit damit, Gerüchte über angebliche Nikoloverbote und Angriffe (von „Ausländern“) auf den Nikolo- und Krampus-Brauch zu verbreiten. Die Gruppe „Heimat ohne Hass“ dokumentierte einen Fall (siehe Link) von bewusster Falschinformation minutiös – um diesen Fall geht es auch in diesem Beitrag.

Die rechtsextreme Seite „Österreich hat schon genug Ausländer“ verlinkte neben zahlreichen FPÖ-Seiten (z. B. jene von Johann Gudenus) eben diesen von „Heimat ohne Hass“ thematisierten Lügenbericht – wie immer sind wütende Mordaufrufe und offene Vernichtungsfantasien die Folge. Offenbar ist mittlerweile jede Scheu abgelegt: Offen und nicht einmal mehr anonym fordert der/die Otto-Normal-Verbraucher/in die „Gaskammer“ und Verbrennung von Menschen:

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Rassistische Hetze und Gewaltfantasien nach Rauferei bei Krampuslauf in Linz

December 8, 2013

Den Anfang macht ein wenig differenzierter Artikel auf der Online-Seite der konservativen Oberösterreichischen Nachrichten: Bei einem Krampus-Lauf in Linz sei ein Krampus von einem vorbestraften 16-jährigen Asylbewerber gewaltsam attackiert und verletzt worden (siehe: http://www.nachrichten.at/oberoesterreich/Zuschauer-ging-auf-Perchten-los-Dachte-der-bricht-mir-das-Genick;art4,1257540). Geschildert wird nur die Sicht des Krampus’. Die Kommentarfunktion zu dem Artikel bleibt deaktiviert. Offenbar rechnet man angesichts der Behandlung des rechten Reizthemas „Asylbewerber“ mit der in Online-Foren bereits üblichen Flut an rassistischen und rechtsextremen Hass-Kommentaren. Dies verhindert jedoch nicht eine Instrumentalisierung des Artikels durch rechte Akteur/innen: Rasch wird der Artikel auf Facebook verbreitet – schließlich lassen sich bei dieser Geschichte das rassistische Vorurteil, alle Asylbewerber seien kriminell und gewalttätig und die behauptete Gefährdung österreichischer Bräuche – hier der Krampus – plakativ miteinander verquicken. Interessanterweise werden im Gegensatz dazu zahlreiche Medienberichte der letzten Tage über Vorfälle, bei denen österreichische Krampusse im Alkohol- und/ oder Gewaltrausch PassantInnen zum Teil schwer verletzten, nicht verbreitet.

Die rechtsextreme Hetzseite „Österreich hat schon genug Ausländer!! (…)“ waltet wie üblich ihres Amtes und nutzt den Medienbericht, um zur Abschiebung des Asylbewerbers aufzurufen.

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Die Betreiber/innen der Seite dürfen sich freuen. Ein wahrer Schwall an rassistischen Beschimpfungen und latenten/ offenen Gewalt- und Vernichtungsdrohungen aus dem blau-braunen Jauchekübel und getippt auf den Tastaturen anständiger Österreicher/innen – ergießt sich in Folge des Eingangspostings gegen Asylbewerber/innen. Es sind die im Umfeld der rechtsextremen Hasspartei FPÖ längst üblichen Forderungen nach Beseitigung, Abschiebung und Vernichtung des verhassten „Gesindels“, des „Drecks“ und der „Kanacken“ – gemeint sind Menschen, die in Österreich Antrag auf Asyl gestellt haben:

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 Wenigstens eine Person erhebt die Stimme gegen den rechtsextremen Konsens:

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Auch auf der Seite „Unsere Blaue Seite“ und zahlreichen privaten Facebook-Seiten finden sich unzählige rassistische Kommentare:

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Auch die Bad Fischauer FPÖ-Gemeinderätin Andrea Kellner beteiligt sich eifrig an der Verbreitung des Artikels:

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Gudenus toleriert Nazisprüche und verbale Entmenschlichung

December 2, 2013

Ähnlich wie Parteiführer Heinrich Strache versucht sich auch Nachwuchsburschenschafter und Obmann der FPÖ Wien Johann Gudenus in Hetze gegen politisch links Denkende und AsylbewerberInnen. Wie so oft liefert ein Artikel aus dem rechtskonservativen Revolverblatt „Kronen Zeitung“ die Steilvorlage:

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Es dauert nicht lange, bis die – in blaunen Kreisen – üblichen Rufe nach Abschiebung der „Zecken“ und „Vaterlandsbeschmutzer“ ertönen:

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Das Recht auf politische Meinungsäußerung wird Asylbewerbern aberkannt – Abschiebung soll die Antwort auf Demonstrationen sein: Menschen werden wie so oft zu „Dreck“ und „Gesindel“ erklärt:

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Auch ein deutscher Neonazi namens „Harry Hirsch“ tummelt sich auf der Facebook-Seite von Johann Gudenus und grüßt mit „88“ („Heil Hitler“):

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Userin „Dana Scala“ macht wenigstens noch kleine Zugeständnisse: Vor dem Abschieben will sie noch „zusammen backen“ (Weihnachtskekse?):

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Wohlgemerkt: Sämtliche Postings sind seit mehr als einer Woche und nach wie vor online und wurden von Johann Gudenus NICHT entfernt!