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Wels: Braune Bombendrohung gegen Bürgermeister auf rechter Facebook-Seite

October 18, 2013

„I mog Wels nimma“ heißt eine Facebookgruppe, in der sich zahlreiche Rechtsextreme und Neonazis aus Wels und Umgebung versammelt haben. Hass-Ergüsse gegen Muslime, Linke, Roma und missliebige Politiker/innen gehören hier zum Standard. Auch Mordaufrufe sind – wie in der rechtsextremen Szene üblich – keine Seltenheit: Im Februar 2012 forderte die Userin „Silvia Sonnenschein“ etwa die Wiedereröffnung des KZ Mauthausen und wünschte sich einen „kleinen Hitler“ (siehe hier und hier), im August des Jahres forderte ein User namens Jürgen Haupert, Ausländer zu „liegwitirn“ (sic! liquidieren), im Jänner 2013 schlug der ehemalige FPÖ-Funktionär Jochen L., die „gezielte Umsiedlung“ des „Kanackengesindels“ in das „Kurhotel Ausschwitz (sic)“ vor. L. entschuldigte sich nach medialer Berichterstattung und einer Strafanzeige gegen ihn für das Posting – er sei unter „Drogeneinfluss“ gestanden.

Die braune Hetze gipfelte nun in einer Bombendrohung der Userin Irene Sagmeister gegen den Welser SPÖ-Bürgermeister Peter Koits. Sagmeister, die auf ihrer Userseite mit einem T-Shirt der Neonazi-Gruppe „Blood and Honour – Aryan Brotherhood“ posiert, möchte dem „Türken Peter“ (dem Welser Bürgermeister) und „denen“ (den Muslimen bzw. Ausländern) auch eine „Zug Karte nach Auschwitz“ spendieren.

i mog wels nimma auschwitz

„Das“ (gemeint sind Ausländer) hätte es unter dem „Adi“ nie gegeben, schimpft sie weiter.

i mog wels nimma sagmeister adi

sagmeister

Irene Sagmeister

Aber auch andere Mitglieder der Hetzseite lassen – unter Berufung auf die von Neonazis viel bemühte Meinungsfreiheit – braunen Kot vom Stapel: Das Gruppen-Mitglied Andreas Arthaber ruft etwa dazu auf, Angehörige des Islams, die Sex mit Kinder haben würden (eine häufig von Rechtsextremen verbreitete Behauptung), anzuzünden, auch die Verwendung eines Baseballschlägers mit Nägeln sei möglich.

i mog wels nimma angezündet

User „Roland Sorg“ stimmt ein und fordert „9 Gramm Blei“.

i mog wels nimma 9 gramm blei

User Christian Duftschmied schlägt gleich ein konkretes Opfer vor: „bei mir im haus wohnt ein türke 37 jahre seid 20 jahren in österreich 1 jahr gearbeitet hat jetzt die pension bekommen auf grund von kreuzschmerzen und bekommt 900€ bei demm fangen wir an“.

i mog wels nimma duftschmied

Auch User Martin Ennser denkt an den Einsatz von Konzentrationslagern: „mauthausen steht nu, aufmoch einhazn und geht scho..ich würde der erste heizer sein der des gsindl verhazn würd,do brauch i oba hilfe weils goa so vü san“.

i mog wels nimma mauthausen

Auch er ist der Meinung, „das“ hätte es zu „Adis Zeiten“ nicht gegeben.

i mog wels nimma adis zeiten

Als Anstachler auf der Seite fungiert der bekannte Welser Neonazi Ludwig Reinthaler, der leidenschaftlich gerne gegen den „linksextremen Ausländerbürgermeister“, Ausländer und Roma hetzt. Zahlreiche Anzeigen gegen Reinthaler wegen Verhetzung und NS-Wiederbetätigung wurden von der zuständigen Staatsanwaltschaft Wels in der Vergangenheit eingestellt.

reinthaler neonazi zigeuner

Im Jahr 2009 war Reinthaler mit dem Versuch, mit einer eigenen, mit zahlreichen rechtsextremen Kandidaten versehenen Liste („Die Bunten“) bei der Welser Gemeinderatswahl zu kandidieren, gescheitert. Seine Tochter und damalige Spitzenkandidatin Sonja Höfer hat die Niederlage bis heute nicht verkraftet: „DIE BUNTEN HÄTTEN DIE STADT WELS BESSER GEMACHT!!!!“ jammert sie auf der Seite der rechten Hass-Gruppe.

i mog wels nimma höfer

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