Archive for July, 2013

“Ich hoffe das [sic] sie einige Zähne verloren hat” – vom Demokratieverständnis der FPÖ…

July 30, 2013

29. Juli 2013. Vor dem Polizeianhaltezentrum Rossauerlände in Wien findet eine Solidaritätsdemonstration zu Gunsten von pakistanischen Asylbewerbern, die wenige Tage zuvor verhaftet worden waren, statt. Bei der Demo wird eine junge Frau von einem Polizisten zu Boden gestoßen, sodass sie auf eine Stiege prallt. Der Vorfall wird auf Video festgehalten, bereits kurz danach berichten die Massenmedien. Der übliche blau-braune Shitstorm, wenn es um Berichterstattung über ein Thema geht, das mit „Ausländern“ zu tun hat, bleibt auch diesmal nicht aus: Was bilde sich die Frau auch ein, zu demonstrieren, sie solle lieber arbeiten gehen usw. ist auf diversen Internetportalen zu lesen. Der übliche rechtskonservativ-rechtsextreme Schmarrn also. Auf Facebook melden sich auch einige FPÖ-Funktionäre zu Wort und belegen mit ihren Bemerkungen, wie sie zum für die Demokratie so wichtigen Demonstrationsrecht stehen: Robert Lizar, blauer Fotograf, Kammerrat der Arbeiterkammer (!) Wien und Redakteur der FPÖ-Postille „Neue freie Zeitung“, bemerkt etwa zu einem Bericht in der Zeitung „Heute“: „Wer bitte hat diesen dummen Artikel verfasst? Mit dieser Linksfaschistin habe ich kein Mitleid. Ist auch so feig, dass sie davon rennt. Ich hoffe, sie wird gefunden und verhaftet. Wer den Rechtsstaat mit Füße [sic] tritt, spielt mit dem Feuer!

ich hoffe

Sein Facebook- und Parteifreund Stefan Bartoschek kommentiert: „Ich hoffe das [sic] sie einige Zähne verloren hat, verdient hätte sie es:)“. Beim Klubobmann der FPÖ Wien-Landstraße, Werner Grebner, erntet er dafür Zustimmung, dieser drückt den „Gefällt mir“-Button.

grebner

Bartoschek kandidierte bei der Landtagswahl in Niederösterreich im Jahr 2008 im Wahlkreis Baden auf Listenplatz 14 für die FPÖ. 2010 folgte eine Kandidatur bei der Gemeinderatswahl in seinem Wohnort Kottingbrunn auf Platz 5. Bartoschek hegt neben seinen Gewaltfantasien gegen politische GegnerInnen offenbar auch Sympathien für braune Musik: Auf einer Facebook-Seite veröffentlicht er als Antwort auf den Kommentar „Lügen konnten die Juden ja schon immer gut! (…)“ ein Youtube-Video des Neonazi-Liedermachers „Sleipnir“.

sleipnir

Auf seiner eigenen Seite postet Bartoschek einen Link zu einem Video des ebenso braunen Liedermachers „Fylgien“.

fylgien

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Dänischer Neonazi studiert in Wien

July 5, 2013

Ein gebürtiger Däne namens Leon Mathiasen treibt sein Unwesen in der blau-braunen Facebook-Hass-Szene Österreichs. Mathiasen, der anfänglich unter seinem richtigen Namen schrieb, mittlerweile aber zu „Leon Reconquista“ gewechselt hat, studiert an der Universität Wien Geschichte und interessiert sich insbesondere für „Revisionismus“.

revisionismus

Dementsprechend gestaltet er seine Facebook-Seite. Diese ist gefüllt mit Propaganda-Bildern aus der Zeit des Nationalsozialismus und der üblichen rechtsextremen Hetze gegen Muslime, Schwarze und Linke.

Zeit für Nationalsozialismus zu kämpfen" vermerkt Mathiasen als Beschreibung zu dem Bild des "Bundes deutscher Mädchen"

Darüber hinaus betreibt Mathiasen unter seinem Pseudonym auch einen Blog mit dem bezeichnenden Titel „Ein Ort für Neonazis“.

ein ort für neonazis

An der Wiener Universität dürften seine braunen Aktivitäten nicht unbemerkt geblieben sein. Aktuell beschwert sich Mathiasen darüber, dass Lehrende der Universität Berichte über ihn „an die Stasi“ geschrieben hätten.