Von Jugendsünden und rechtschaffenen Menschen…

Das war eine Jugendsünde und lange vor dem Eintritt in die FPÖ. Er hat sich positiv entwickelt und ist jetzt ein rechtschaffener Mensch…“ (Kurier, 15.2.2013), stellt der FP-Bezirksgeschäftsführer in Ried, Erhard Weinzinger, angesichts der nun an die Öffentlichkeit geratenen braunen Vergangenheit von Michael Gruber, stellvertretendem FPÖ-Bezirksobmann, Fraktionsobmann im Gemeinderat von Aurolzmünster und Mitglied des Landesvorstandes der Freiheitlichen Arbeitnehmer, der heute nachmittag aus seinen Ämtern zurücktrat, fest. Gruber hatte dem damaligen Leiter des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes in einer Emailnachricht geschrieben: „Du Judenschwein wir werden dich T.. schlagen.“ Auch auf einer Homepage verbreitete er seine Hassideologie. 2004 wurde er wegen NS-Wiederbetätigung und gefährlicher Drohung zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 18 Monaten verurteilt. Gruber ist neben Michael Lindner und Fabian Wetter bereits der dritte FPÖ-Funktionär aus dem Innviertel, dessen rechtsextreme Ambitionen in den letzten Tagen offen gelegt wurden. Dass sich Gruber seit damals vom Rechtsextremismus keineswegs gelöst hat, beweist nicht nur seine Mitgliedschaft in der FPÖ: Wirft mensch einen Blick auf seine persönliche Seite im Social Network „Google Plus“, fällt unter seinen Freunden ein notorischer Neonazi auf: Rainer Biller: Biller, ein (mittlerweile ehemaliger) NPD-Funktionär veröffentlichte etwa im November 2011 auf seinem Facebook-Profil das Foto eines der Tatorte der NSU-Neonazi-Terroristen. Es zeigte die Imbissbude, in der am 9. Juni 2005 Mitglieder des NSU den Inhaber Ismail Yasar erschossen. »Tod dem Döner, es lebe die Nürnberger Bratwurst« hatte Biller darunter geschrieben. Biller wurde in der Folge zu einer Haftstrafe von vier Monaten, auf vier Jahre zur Bewährung, verurteilt.

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Screenshot der Facebook-Seite von Biller mit von ihm veröffentlichten Bild aus einem NSU-Video

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Screenshot der “Google Plus”-Seite von Michael Gruber

Biller ist nicht der einzige Neonazi in der „Google Plus“-Freundesliste des „rechtschaffenen“ FPÖ-Funktionärs Gruber: Auch Paavo Laitinen, ein rechtsextremer Musiker aus Finnland, ist mit ihm befreundet.

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Links im Bild: Rechtsextremer Liedermacher Paavo Laitinen

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Screenshot der “Google Plus”-Seite von Michael Gruber

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4 Responses to “Von Jugendsünden und rechtschaffenen Menschen…”

  1. Stoppt die Rechten » FPÖ OÖ: Weiterer Austritt eines „Jugendsünders“ Says:

    […] Blog RFJ-Watch ist nämlich auch ins Grübeln gekommen und beschäftigt sich in seinem Beitrag „Von Jugendsünden und rechtschaffenen Menschen….“ […]

  2. Rechtsextreme Kontakte eines zurückgetretenen FPÖ-Funktionärs | Kulturverein Infoladen Wels Says:

    […] Wie der Blog “RFJWATCH” berichtet, sind für den vor wenigen Tagen zurückgetretenen Michael G., (ehemals) stellvertretender FPÖ-Bezirksobmann in Ried/Innkreis, Fraktionsobmann im Gemeinderat von Aurolzmünster und Mitglied des Landesvorstandes der Freiheitlichen Arbeitnehmer, Kontakte in die rechtsextreme Szene, so etwa zu dem ehemaligen NPD-Funktionär Rainer Biller, nachweisbar. Siehe hier […]

  3. sauvez l'océan - The future of our democracy (284 words) Says:

    […] https://rfjwatch.wordpress.com/2013/02/15/von-jugendsunden-und-rechtschaffenen-menschen/ […]

  4. RFJ-Mitglied als Objekt 21-Sympathisant? | Says:

    […] befindet sich mit seinen rechten Sympathien übrigens in “bester” Gesellschaft: Auch Michael Gruber, Michael Lindner und Elmar Podgorschek (siehe Bild) fielen in jüngster Vergangenheit bereits […]

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