Archive for April, 2012

Konflikte in Tiroler Neonazi-Szene

April 7, 2012

Liebe kann so schön sein, aber wenn sie mal verfliegt, kann es bitter enden. Dies dürfte dieser Tage auch Harald Frank, ein in Tirol lebender deutscher Rechtsextremist erfahren haben. Noch im Sommer 2011 war die rechte Idylle perfekt: Frank und seine KameradInnen konnten im August unter dem Namen ihres rechten Kulturvereines „Heimaterben Tyrol“ ein Neonazi-Konzert in Hall/Tirol veranstalten. Die rechte Krakeelerin „Finnja“ aus Innsbruck und die ebenso einschlägige Band „Projekt W.“ standen auf dem Programm – die Veranstaltung konnte – ungestört von der Polizei – über die Bühne gehen.

Frank (1.v.r.) und Konzertbesucher

“Liedermacherin Finnja” und Konzertbesucher

Kurz vor Jahresende dürfte es dann aber Konflikte im Hause Frank gegeben haben. Die Polizei stattete ihm einen Hausbesuch ab, nachdem seine Exfreundin ihn unter anderem wegen Nötigung angezeigt hatte. Offenbar kam es in der Folge auch zu einem Bruch bei den “Heimaterben”. Selbst im März 2012 ist die Wut Franks darüber offenbar noch nicht verraucht: Auf seiner Facebook-Seite schreibt er über seine ehemaligen FreundInnen bei den „Heimaterben Tyrol“:

Frank hat guten Grund, sauer zu sein: So hat er nun immer wieder mit der Tiroler Polizei zu tun und befürchtet offenbar, nachdem er schon in Deutschland laut seinen eigenen Aussagen „jahrelang“ nicht für seine Kinder da war, nun auch die österreichischen Justizanstalten kennen zu lernen.

Voller Pathos verteidigt er seine – von Haftaufenthalten unterbrochene – Lebensgestaltung:

Auch Melanie G., selbst bereits wegen NS-Wiederbetätigung verurteilt und angeblich seit 2009 nicht mehr Mitglied der rechten Szene, versteht die Welt nicht mehr:

Harald Frank gibt jedoch nicht auf. Heute abend versucht er mit einem Konzert im Innsbruck mit dem politisch unverdächtigen „William T.“ unter dem Motto „Back to the roots“ einige KameradInnen zu gewinnen und ein Subkultur-Angebot für die rechte Szene zu bieten. Unter dem Namen „Bloodline“ („Blutlinie“) vertreibt er über einen Internetversand seine eigene rechte Modemarke.

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