Braune Schadenfreude über Krebserkrankung von Karl Öllinger

February 5, 2014

Heute gab der Grünpolitiker und Antifaschist Karl Öllinger bekannt, dass er an Krebs erkrankt sei. Der zu befürchtende Aufschrei der Schadenfreude aus dem braunen Sumpf ließ nicht lange auf sich warten:

„Es giebt also doch noch Gerechtigkeit Jedem das was er verdient hat“, kritzelt etwa Gerald Schauer, Kader der oberösterreichischen Neonazi-Gruppierung „Heimatpartei Österreich“ in holprigem Deutsch auf seine Facebook-Timeline.

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Sein Welser Gesinnungsfreund, der im Genuss stets milder Behandlung durch die zuständige Staatsanwaltschaft stehende Neonazi Ludwig Reinthaler, fantasiert vor unverhohlener Freude gar eine göttliche Fügung herbei:

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Die erst kürzlich wegen Verhetzung zu einer bedingten Haftstrafe verurteilte, aber nichts desto trotz weiterhin einschlägig aktive Mag.a Jadwiga Schatz-Sosnowski, ehemalige Edel-Domina, Buchautorin, Rosa-Plüsch-Fanatikern, Rassistin und Antisemitin, platzt beinahe vor Schadenfreude und wünscht nebenbei dem Linzer Polizisten und Antifaschisten Uwe Sailer den Tod:

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An dieser Stelle wünscht die RFJwatch-Redaktion Karl Öllinger alles erdenklich Gute und gute Besserung!

 

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Gaskammer und Verbrennungsofen wegen angeblichem Angriff auf “Nikolo” gefordert

December 10, 2013

Oh du friedliche Weihnachtszeit…! Die rechte Facebook-Hass-Szene und die Partei der Nächstenliebe FPÖ verbringen die Vorweihnachtszeit damit, Gerüchte über angebliche Nikoloverbote und Angriffe (von „Ausländern“) auf den Nikolo- und Krampus-Brauch zu verbreiten. Die Gruppe „Heimat ohne Hass“ dokumentierte einen Fall (siehe Link) von bewusster Falschinformation minutiös – um diesen Fall geht es auch in diesem Beitrag.

Die rechtsextreme Seite „Österreich hat schon genug Ausländer“ verlinkte neben zahlreichen FPÖ-Seiten (z. B. jene von Johann Gudenus) eben diesen von „Heimat ohne Hass“ thematisierten Lügenbericht – wie immer sind wütende Mordaufrufe und offene Vernichtungsfantasien die Folge. Offenbar ist mittlerweile jede Scheu abgelegt: Offen und nicht einmal mehr anonym fordert der/die Otto-Normal-Verbraucher/in die „Gaskammer“ und Verbrennung von Menschen:

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Rassistische Hetze und Gewaltfantasien nach Rauferei bei Krampuslauf in Linz

December 8, 2013

Den Anfang macht ein wenig differenzierter Artikel auf der Online-Seite der konservativen Oberösterreichischen Nachrichten: Bei einem Krampus-Lauf in Linz sei ein Krampus von einem vorbestraften 16-jährigen Asylbewerber gewaltsam attackiert und verletzt worden (siehe: http://www.nachrichten.at/oberoesterreich/Zuschauer-ging-auf-Perchten-los-Dachte-der-bricht-mir-das-Genick;art4,1257540). Geschildert wird nur die Sicht des Krampus’. Die Kommentarfunktion zu dem Artikel bleibt deaktiviert. Offenbar rechnet man angesichts der Behandlung des rechten Reizthemas „Asylbewerber“ mit der in Online-Foren bereits üblichen Flut an rassistischen und rechtsextremen Hass-Kommentaren. Dies verhindert jedoch nicht eine Instrumentalisierung des Artikels durch rechte Akteur/innen: Rasch wird der Artikel auf Facebook verbreitet – schließlich lassen sich bei dieser Geschichte das rassistische Vorurteil, alle Asylbewerber seien kriminell und gewalttätig und die behauptete Gefährdung österreichischer Bräuche – hier der Krampus – plakativ miteinander verquicken. Interessanterweise werden im Gegensatz dazu zahlreiche Medienberichte der letzten Tage über Vorfälle, bei denen österreichische Krampusse im Alkohol- und/ oder Gewaltrausch PassantInnen zum Teil schwer verletzten, nicht verbreitet.

Die rechtsextreme Hetzseite „Österreich hat schon genug Ausländer!! (…)“ waltet wie üblich ihres Amtes und nutzt den Medienbericht, um zur Abschiebung des Asylbewerbers aufzurufen.

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Die Betreiber/innen der Seite dürfen sich freuen. Ein wahrer Schwall an rassistischen Beschimpfungen und latenten/ offenen Gewalt- und Vernichtungsdrohungen aus dem blau-braunen Jauchekübel und getippt auf den Tastaturen anständiger Österreicher/innen – ergießt sich in Folge des Eingangspostings gegen Asylbewerber/innen. Es sind die im Umfeld der rechtsextremen Hasspartei FPÖ längst üblichen Forderungen nach Beseitigung, Abschiebung und Vernichtung des verhassten „Gesindels“, des „Drecks“ und der „Kanacken“ – gemeint sind Menschen, die in Österreich Antrag auf Asyl gestellt haben:

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 Wenigstens eine Person erhebt die Stimme gegen den rechtsextremen Konsens:

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Auch auf der Seite „Unsere Blaue Seite“ und zahlreichen privaten Facebook-Seiten finden sich unzählige rassistische Kommentare:

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Auch die Bad Fischauer FPÖ-Gemeinderätin Andrea Kellner beteiligt sich eifrig an der Verbreitung des Artikels:

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Gudenus toleriert Nazisprüche und verbale Entmenschlichung

December 2, 2013

Ähnlich wie Parteiführer Heinrich Strache versucht sich auch Nachwuchsburschenschafter und Obmann der FPÖ Wien Johann Gudenus in Hetze gegen politisch links Denkende und AsylbewerberInnen. Wie so oft liefert ein Artikel aus dem rechtskonservativen Revolverblatt „Kronen Zeitung“ die Steilvorlage:

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Es dauert nicht lange, bis die – in blaunen Kreisen – üblichen Rufe nach Abschiebung der „Zecken“ und „Vaterlandsbeschmutzer“ ertönen:

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Das Recht auf politische Meinungsäußerung wird Asylbewerbern aberkannt – Abschiebung soll die Antwort auf Demonstrationen sein: Menschen werden wie so oft zu „Dreck“ und „Gesindel“ erklärt:

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Auch ein deutscher Neonazi namens „Harry Hirsch“ tummelt sich auf der Facebook-Seite von Johann Gudenus und grüßt mit „88“ („Heil Hitler“):

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Userin „Dana Scala“ macht wenigstens noch kleine Zugeständnisse: Vor dem Abschieben will sie noch „zusammen backen“ (Weihnachtskekse?):

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Wohlgemerkt: Sämtliche Postings sind seit mehr als einer Woche und nach wie vor online und wurden von Johann Gudenus NICHT entfernt!

Bomben und Gaskammer gegen AsylbewerberInnenheim in Frantschach

November 16, 2013

„Jetzt hots Dreizehn gschlogn!!! A ASYLHEIM in Frantschasch!!!!Boom!!!“ schreit Michael Pietschnig auf seiner Facebook-Seite. Für Pietschnig ist die Schaffung eines Ortes, an dem AsylbewerberInnen Zuflucht finden können, offenbar das Schlimmste, das er sich vorstellen kann. Am Montag dieser Woche wurde im Kärntner Frantschach eine solche Einrichtung eröffnet.

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Wenig überraschend dauert es nicht lange, bis sich die ersten rechten Recken mit den in FPÖ- und rechten Kreisen üblichen Vernichtungsfantasien, Mordaufrufen und sonstigen Unmenschlichkeiten zu Wort melden. Es ist von “Kanacken”, “Assylern” (sic), “A-sozialen” (sic) und “Drecksgesindl” (sic) die Rede. Patrick Grillitsch schlägt etwa vor, eine „bombe“ in das „kanackenheim“ reinzuwerfen und „weg“ sei „da dreck“ (sic). Ein anderer begnügt sich damit „auf die Straßen“ zu gehen. Wenn es gegen missliebige Menschen geht, sind nicht selten sogar Personen zum Demonstrieren bereit, für die Demonstrationen ansonsten ein Ding der Unmöglichkeit sind:

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Für Rene Gutsche wird es jetzt gar Zeit für die Gaskammer:

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Gaskammern dürften für Gutsche generell ein Faszinosum sein:

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In der “Adolf Hitler Highschool” dürfte Gutsche nur ein Buch gelesen haben – “Mein Kampf”:

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Erfreulicherweise melden sich diesmal auch mehrere Personen zu Wort, die dem rechtsextremen Konsens nicht zustimmen wollen:

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Die Kritik an der rassistischen Propaganda und den Vernichtungsfantasien könnte gefruchtet haben: Eine Facebook-Seite, auf der zu einer Demonstration gegen das Asylbewerberheim mobilisiert worden war, wurde rasch wieder gelöscht.

I mog Wels nimma – Hetze geht weiter

November 6, 2013

Vor wenigen Wochen berichteten wir über die Facebookgruppe “I mog Wels nimma”, die von Ewiggestrigen aus der oberösterreichischen Kleinstadt Wels betrieben wird. Mittlerweile hat sich einiges getan: Der wahre Name von “Irene Sagmeister” – Irena Savic – konnte geklärt werden – mittlerweile wurde sie auch von der Polizei ausgeforscht und will sich beim Welser Bürgermeister für ihre Morddrohungen entschuldigen – den angeblichen Entschuldigungsbrief hat Bürgermeister Koits aber unseres Wissens bis heute noch nicht erhalten. Ob wirklich Reue vorliegt, darf angesichts des plakativen Tragens von T-Shirts von Neonazi-Gruppierungen wie “Blood and Honour” und entsprechender Verbindungen ins neonazistische Milieu bezweifelt werden. Das hetzerische Treiben auf “I mog Wels nimma” geht nach einer kurzen Schockstarre nun auch schon wieder weiter. Neben Irena S. dürfte nun auch ein weiteres Mitglied der Gruppe, Martin Ennser, Polizeibesuch erhalten haben:

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Morddrohungen und NS-Wiederbetätigung fallen für die Gruppenmitglieder – wie im rechten Milieu üblich – unter “Meinungsfreiheit”. Zur Erinnerung: Ennser hatte unter anderem gefordert, das KZ Mauthausen wieder “aufzumachen” und “einzuheizen”. Auch hatte er sich bereit erklärt, als “erster Heizer” das “Gesindel” zu “verheizen”:

Gruppenadministrator Markus Bauernfeind versteht die Wels nicht mehr, schließlich würden die Leute nur die “momentane Situation von Wels schildern”. Kurt Berhuber, ehemaliger Spitzenkandidat der rechtsextremen Bürgerliste “Die Bunten” des Neonazis Ludwig Reinthaler, spricht sogar von “GESTAPO Methoden”.

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Reinthaler selbst, der beste Kontakte zum oberösterreichischen Verfassungsschutz unterhalten soll, hetzt weiter wie gehabt:

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v. l.: Kurt Berhuber, Sonja Höfer (Tochter von Reinthaler), Ludwig Reinthaler

Wels: Braune Bombendrohung gegen Bürgermeister auf rechter Facebook-Seite

October 18, 2013

„I mog Wels nimma“ heißt eine Facebookgruppe, in der sich zahlreiche Rechtsextreme und Neonazis aus Wels und Umgebung versammelt haben. Hass-Ergüsse gegen Muslime, Linke, Roma und missliebige Politiker/innen gehören hier zum Standard. Auch Mordaufrufe sind – wie in der rechtsextremen Szene üblich – keine Seltenheit: Im Februar 2012 forderte die Userin „Silvia Sonnenschein“ etwa die Wiedereröffnung des KZ Mauthausen und wünschte sich einen „kleinen Hitler“ (siehe hier und hier), im August des Jahres forderte ein User namens Jürgen Haupert, Ausländer zu „liegwitirn“ (sic! liquidieren), im Jänner 2013 schlug der ehemalige FPÖ-Funktionär Jochen L., die „gezielte Umsiedlung“ des „Kanackengesindels“ in das „Kurhotel Ausschwitz (sic)“ vor. L. entschuldigte sich nach medialer Berichterstattung und einer Strafanzeige gegen ihn für das Posting – er sei unter „Drogeneinfluss“ gestanden.

Die braune Hetze gipfelte nun in einer Bombendrohung der Userin Irene Sagmeister gegen den Welser SPÖ-Bürgermeister Peter Koits. Sagmeister, die auf ihrer Userseite mit einem T-Shirt der Neonazi-Gruppe „Blood and Honour – Aryan Brotherhood“ posiert, möchte dem „Türken Peter“ (dem Welser Bürgermeister) und „denen“ (den Muslimen bzw. Ausländern) auch eine „Zug Karte nach Auschwitz“ spendieren.

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„Das“ (gemeint sind Ausländer) hätte es unter dem „Adi“ nie gegeben, schimpft sie weiter.

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Irene Sagmeister

Aber auch andere Mitglieder der Hetzseite lassen – unter Berufung auf die von Neonazis viel bemühte Meinungsfreiheit – braunen Kot vom Stapel: Das Gruppen-Mitglied Andreas Arthaber ruft etwa dazu auf, Angehörige des Islams, die Sex mit Kinder haben würden (eine häufig von Rechtsextremen verbreitete Behauptung), anzuzünden, auch die Verwendung eines Baseballschlägers mit Nägeln sei möglich.

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User „Roland Sorg“ stimmt ein und fordert „9 Gramm Blei“.

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User Christian Duftschmied schlägt gleich ein konkretes Opfer vor: „bei mir im haus wohnt ein türke 37 jahre seid 20 jahren in österreich 1 jahr gearbeitet hat jetzt die pension bekommen auf grund von kreuzschmerzen und bekommt 900€ bei demm fangen wir an“.

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Auch User Martin Ennser denkt an den Einsatz von Konzentrationslagern: „mauthausen steht nu, aufmoch einhazn und geht scho..ich würde der erste heizer sein der des gsindl verhazn würd,do brauch i oba hilfe weils goa so vü san“.

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Auch er ist der Meinung, „das“ hätte es zu „Adis Zeiten“ nicht gegeben.

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Als Anstachler auf der Seite fungiert der bekannte Welser Neonazi Ludwig Reinthaler, der leidenschaftlich gerne gegen den „linksextremen Ausländerbürgermeister“, Ausländer und Roma hetzt. Zahlreiche Anzeigen gegen Reinthaler wegen Verhetzung und NS-Wiederbetätigung wurden von der zuständigen Staatsanwaltschaft Wels in der Vergangenheit eingestellt.

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Im Jahr 2009 war Reinthaler mit dem Versuch, mit einer eigenen, mit zahlreichen rechtsextremen Kandidaten versehenen Liste („Die Bunten“) bei der Welser Gemeinderatswahl zu kandidieren, gescheitert. Seine Tochter und damalige Spitzenkandidatin Sonja Höfer hat die Niederlage bis heute nicht verkraftet: „DIE BUNTEN HÄTTEN DIE STADT WELS BESSER GEMACHT!!!!“ jammert sie auf der Seite der rechten Hass-Gruppe.

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Hetze und Feindseligkeiten gegen Roma in Salzburg-Land

September 4, 2013

Anfang September 2013: Eine Gruppe von Roma versucht in Anthering (Salzburg-Land) zu campieren. Es kommt zu einem Konflikt mit dem Besitzer des Grundstückes, das sich die Roma zur Rast ausgesucht haben. Letzterer, ein Bauer, verfasst einen Text, in dem von Morddrohungen gegen seine Person durch einen Rom die Rede ist und veröffentlicht diesen auf Facebook. Die Polizei habe ihn nicht bei der Verteidigung seines Besitzes unterstützt, meint er darin. Wenig später berichten lokale Medien über den Vorfall. Der Facebook-Bericht des Bauern wird innerhalb weniger Tage von knapp fünftausend Facebook-User/innen weiter verbreitet. Neben den Links zu dem Artikel des Bauern finden sich wutentbrannte Schimpftiraden und Mordaufrufe. Nicht etwa von Rechtsextremen, sondern von „ganz normalen“ Österreichern, die geifernd ihrem Zorn über einen Angriff auf einen der ihren Luft machen:

Boris G. schlägt etwa vor: „Mauthausen als neuer Campingplatz für solche Leute?“ [gemeint ist offenbar das Konzentrationslager, Anm.] Adrian B. fragt: „Kann da mal jemand aus Versehen einen brennenden Tanklastzug abstellen. Solche Ratten braucht niemand.“ Auch Alexander R. denkt an den Einsatz von Benzin gegen die Roma: „Ins güllefass Benzin und beim vorbeifahren…“. Harald Sch. schlägt vor, so viele Leute wie möglich zu organisieren, sich zu vermummen und „mit an baseballschläger …..[ sic]“.

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Der Bauer aus Anthering bringt schließlich Gülle auf seinem Grundstück aus, um die Roma zu vertreiben. Walter Rainer, FPÖ-Obmann von Anthering, den eine Facebook-Freundschaft mit dem Welser Neonazi Ludwig Reinthaler verbindet, zeigt sich erfreut: „Diese Gfraster wollen wir in Anthering nie mehr sehen!“

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Die Roma fahren schließlich nach Bischofshofen weiter, um ihre Fahrzeuge auf einem legal von der Gemeinde zur Verfügung gestellten Grundstück abzustellen – und auch hier wird massiv Stimmung gegen diese Menschen – die offenbar nicht dem „gesunden Volksempfinden“ mancher DorfbewohnerInnen entsprechen, gemacht. Jugendliche (es sind durchwegs junge Männer) mobilisieren auf einer Facebook-Seite gegen die Roma, vor Ort kommt es zu Beschädigungen an Autos (offenbar beider Seiten) und Steinwürfen. Während einige Medien einerseits davon berichten, dass Jugendliche aus dem Ort die Roma attackierten, behaupten die Jugendlichen, von den Roma bedroht worden zu sein. Auch auf der erwähnten Facebook-Seite finden sich zahlreiche Aufrufe von Österreichern zur Gewalt:

„Hahaha a,boa molotov kean do aufi“ [„Ein paar Molotov gehören da rauf“] und „Soboid i wos hea,in da wohnung steh i scho draussn midn kloppmesser alta des los i ma in mein lond nid gfoin!!! Des,drecksgsindl kead ausgrott“ [Sobald ich etwas höre, in der Wohnung, stehe ich schon draußen mit dem Klappmesser, das lass ich mir in meinem Land nicht gefallen!!! Das Drecksgesindel gehört ausgerottet“], schreibt etwa ein Stefan H. „Oida hurren gsindl!!! Weg mit dem dreck sofuat!“ [„Hurengesindel!!! Weg mit dem Dreck sofort!“], entgegnet ein Rene W.
Pablo H. versteigt sich gar zu der Aussage: „Do brauchma die Endlösung“ [„Da brauchen wir die Endlösung“] Auch „Luzi Dafuq“ ruft zu Gewalt auf: „Bei jedem Zigeunerzug der vorbeikommt das gleiche Spiel.. Reifen stechen, Scheiben einschlagen, vllt. brennt ja auch mal ein wohnwagen.. dann trauen sich die nicht mehr her.. in diesem Sinne: Gut gemacht!“

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Die Dorfjugend und auch die FPÖ, auf deren Saat Hassausbrüche wie diese keimen können, dürfen sich freuen – die hassgeschwängerte Stimmung trägt Früchte: Die Roma verlassen Bischofshofen.

Morddrohungen gegen die FPÖ oder billiger Ablenkungsversuch?

August 25, 2013

Nachdem die Zeitschrift NEWS kürzlich offen legte, dass zahlreiche Funktionär/innen der FPÖ Mitglied in einer geheimen Facebook-Gruppe waren, in der über Monate hinweg rechtsextreme Inhalte verbreitet und zum Mord an Muslimen aufgerufen wurde, versucht die Bundespartei von dem Skandal abzulenken. Neben der Leugnung der Tatsachen versucht man auch, den sprichwörtlichen Spieß umzudrehen: Gestern erfolgte eine Presseaussendung der FPÖ, in der von angeblichen Mordaufrufen gegen die Partei die Rede ist. Als Beleg werden Aussagen EINES einzelnen Facebook-Users auf einer FPÖ-kritischen Facebook-Seite genannt. Während hier die FPÖ von ihrer tiefen Verstrickung in die Neonazi-Szene ablenken will, wird nicht erwähnt, dass Verhetzung und Mordaufrufe gegen Juden, Muslime und politisch links orientierte Menschen auf Facebook-Seiten der FPÖ, u.a. auch auf jener von HC Strache, quasi alltäglich sind: Im Folgenden werden als Beispiele Reaktionen  verschiedener FPÖ-Sympathisanten auf Postings von Strache auf seiner Facebook-Seite im Zeitraum vom 21. bis 25. August 2013 wiedergegeben:

Reaktion auf ein Posting von Heinrich Strache, in dem er sein Wahlplakat “Liebe deine Nächsten” vorstellt:

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Reaktion auf eine Forderung von Heinrich Strache, “Deutsch (als Staatssprache)” solle “natürlich nicht nur Unterrichts-, sondern auch Pausen- und Schulsprache sein” :

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[“1488” ist ein neonazistischer Code, der einen rassistischen Spruch des US-amerikanischen Neonazi-Terroristen David Lane – die “14 words” mit der “88”, dem Zahlencode für “Heil Hitler” vereint]

Reaktionen auf die Lüge von Heinrich Strache, Bundeskanzler Faymann werbe mit türkischsprachigen Wahlplakaten:

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Das letzte hier wiedergegebene Posting ruft zum Mord an Bundeskanzler Faymann auf.

“Ich hoffe das [sic] sie einige Zähne verloren hat” – vom Demokratieverständnis der FPÖ…

July 30, 2013

29. Juli 2013. Vor dem Polizeianhaltezentrum Rossauerlände in Wien findet eine Solidaritätsdemonstration zu Gunsten von pakistanischen Asylbewerbern, die wenige Tage zuvor verhaftet worden waren, statt. Bei der Demo wird eine junge Frau von einem Polizisten zu Boden gestoßen, sodass sie auf eine Stiege prallt. Der Vorfall wird auf Video festgehalten, bereits kurz danach berichten die Massenmedien. Der übliche blau-braune Shitstorm, wenn es um Berichterstattung über ein Thema geht, das mit „Ausländern“ zu tun hat, bleibt auch diesmal nicht aus: Was bilde sich die Frau auch ein, zu demonstrieren, sie solle lieber arbeiten gehen usw. ist auf diversen Internetportalen zu lesen. Der übliche rechtskonservativ-rechtsextreme Schmarrn also. Auf Facebook melden sich auch einige FPÖ-Funktionäre zu Wort und belegen mit ihren Bemerkungen, wie sie zum für die Demokratie so wichtigen Demonstrationsrecht stehen: Robert Lizar, blauer Fotograf, Kammerrat der Arbeiterkammer (!) Wien und Redakteur der FPÖ-Postille „Neue freie Zeitung“, bemerkt etwa zu einem Bericht in der Zeitung „Heute“: „Wer bitte hat diesen dummen Artikel verfasst? Mit dieser Linksfaschistin habe ich kein Mitleid. Ist auch so feig, dass sie davon rennt. Ich hoffe, sie wird gefunden und verhaftet. Wer den Rechtsstaat mit Füße [sic] tritt, spielt mit dem Feuer!

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Sein Facebook- und Parteifreund Stefan Bartoschek kommentiert: „Ich hoffe das [sic] sie einige Zähne verloren hat, verdient hätte sie es:)“. Beim Klubobmann der FPÖ Wien-Landstraße, Werner Grebner, erntet er dafür Zustimmung, dieser drückt den „Gefällt mir“-Button.

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Bartoschek kandidierte bei der Landtagswahl in Niederösterreich im Jahr 2008 im Wahlkreis Baden auf Listenplatz 14 für die FPÖ. 2010 folgte eine Kandidatur bei der Gemeinderatswahl in seinem Wohnort Kottingbrunn auf Platz 5. Bartoschek hegt neben seinen Gewaltfantasien gegen politische GegnerInnen offenbar auch Sympathien für braune Musik: Auf einer Facebook-Seite veröffentlicht er als Antwort auf den Kommentar „Lügen konnten die Juden ja schon immer gut! (…)“ ein Youtube-Video des Neonazi-Liedermachers „Sleipnir“.

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Auf seiner eigenen Seite postet Bartoschek einen Link zu einem Video des ebenso braunen Liedermachers „Fylgien“.

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