Am 12. November 2011 soll in Ostsachsen unter dem Motto „Freiheit für Erich Priebke“ ein konspirativ organisiertes und beworbenes „Solidaritätskonzert“ für den Nazi-Kriegsverbrecher Priebke mit den Neonazi-Bands „Die Lunikoff Verschwörung“, „Bunker 16“ und „Words of Anger“ stattfinden. Auf “Facebook” ist man bemüht, auch österreichische Gäste für das Konzert zu mobilisieren.
Einige haben ihr Kommen bereits zugesagt: Zum Beispiel Stefan Kohlbauer, jahrelang Obmann der „freiheitlichen“ Jugendorganisation „Ring freiheitlicher Jugend“ im Bezirk Kirchdorf (mittlerweile übt er diese Funktion nur noch in stellvertretender Weise aus) und FPÖ-Gemeinderat in Pettenbach.

Nicht zum ersten Mal tritt Kohlbauer einschlägig in Erscheinung. Im Jahr 2008 tauchten Fotos von Kohlbauer im Internet auf, auf denen er sich als Fan der Band „Die Lunikoff Verschwörung“ bekannte.

Stefan Kohlbauer mit “Die Lunikoff Verschwörung”-T-Shirt
Auch die Verbindungen Kohlbauers zur Neonazi-Gruppe „Bund freier Jugend“ wurden publik, so nahm er etwa bei einem im Jahr 2007 veranstalteten „Sommerfest“ des BfJ in Steinbach/Ziehberg – gemeinsam mit dem im Moment inhaftierten Neonazianführer Gottfried Küssel – teil.

Blauer FP-Gemeinderat Kohlbauer (1. v. l.) beim “Sommerfest” des BfJ 2007 (3. v. l.: Rene Ecklbauer – zu ihm siehe weiter unten)

Die im Moment inhaftierten Neonazis Gottfried Küssel (3.v.l.) und Felix Budin (4.v.l.) bei derselben Veranstaltung…

Die Veranstaltung fand auf dem privaten Grundstück des FPÖ-Gemeinderats von Steinbach, Ernst Kronegger, statt. Kronegger selbst übte sich sogar als Grillmeister (siehe obiges Foto, 2.v.l.)
Im Oktober 2009 dann gab es in Pettenbach Aufregung um „Nazi-Plakate“, die dort von Unbekannten aufgehängt worden waren. Diese hatten ein Foto, das Kohlbauer beim angeblichen Hitlergruß zeigte, als Grundlage für ein selbst gestaltetes FPÖ-„Werbeplakat“ verwendet. Die Lokalzeitung „Sonntagsrundschau“ berichtete in einem Artikel darüber und ließ den bestürzten Kohlbauer zu Wort kommen: „Das war auf einer Party. Ich habe nur jemanden (sic! Ob der Fallfehler bei Kohlbauer oder bei dem Redakteur der Zeitung „Sonntagsrundschau“ liegt, konnte nicht geklärt werden) gedeutet, das war kein Hitlergruß“. Nur kurz angesprochen wurden in diesem Artikel die Verbindungen Kohlbauers zur Neonazi-Szene. Trotz allem behauptete Kohlbauer jedoch, er distanziere sich vom Rechtsextremismus und Nationalsozialismus und jeder anderen Form von Extremismus. Drei Monate vor dem Interview mit der Zeitung Anfang Oktober 2009 war er noch gemeinsam mit Mitgliedern des „Bund freier Jugend“ am Rande einer Antifa-Kundgebung in Wels (OÖ) gesichtet worden. Einige Tage nach dem Interview (!) traf er sich – ebenfalls am Rande einer Antifa-Demonstration in Wels – zu einem Pläuschchen mit dem Welser Neonazi Ludwig Reinthaler.
Nicht nur, dass sich Kohlbauer auf die menschenverachtenden Liedtexte der von ihm wohl sehr verehrten „Lunikoff Verschwörung“ rund um den Sänger Michael Regener (dessen ehemalige Band „Landser“ wurde von einem deutschen Gericht zur kriminellen Vereinigung erklärt) freuen dürfte – auch mit dem Neonazi-Barden Frank Rennicke dürfte ihn ein enges Band verbinden. Zumindest will Kohlbauer immer auf dem Laufenden sein, was auf Rennicke’s Facebook-Seite abläuft…

Uns stellt sich ob solcher Konsequenz hinsichtlich der Verbindungen zur Neonazi-Szene die Frage, wie lange Kohlbauer noch in (hochrangigen) Parteifunktionen der FPÖ agieren kann?!
Ihre Teilnahme am Konzert in Ostsachsen ebenfalls zugesagt hat Waltraud Kronegger (siehe Facebook-Screenshot oben). Die Tochter des bereits erwähnten FP-Gemeinderats von Steinbach übte beim RFJ Kirchdorf eine Zeit lang die Funktion der „Schriftführerin“ aus. Rene Ecklberger, ein ehemaliges BfJ-Mitglied, das Kohlbauer etwa vom BfJ-Sommerfest kennen dürfte (siehe oben), und Thomas Kienberger, ein Innviertler Rechtsextremist, wissen noch nicht, ob sie Zeit finden, den Neonazi-Bands zu lauschen, sie haben als Antwort auf die Konzerteinladung eingetragen, ihr Kommen wäre „unsicher“.
